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Oktopus für Frühchen

Marienhospital Gelsenkirchen unterstützt Herzensprojekt

v.l.n.r.: Bianca Frank (stv. Verwaltungsdirektorin MHG), Kathrin Beck (Oktopus für Frühchen), Chefarzt Dr. Marcus Lutz, Sr. Christiane (Stationsleitung)

Als im Jahr 2013 eine dänische Mutter ihrem viel zu früh geborenen kleinen Kämpfer einen mit Liebe gehäkelten Oktopus in den Inkubator legte, war das Herzensprojekt “Kleine Tintenfische” geboren. Mittlerweile ist das Projekt bereits in mehr als 30 Ländern etabliert.

In Deutschland hat sich als Pendant der Verein „Oktopus für Frühchen“ gebildet, der seit Anfang 2019 von seinem Sitz in Willich ein bundesweites Netzwerk aufgebaut hat. Geschäftsführerin Kathrin Beck erklärt: „Gegenwärtig haben wir ungefähr 150 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die uns regelmäßig mit selbst gehäkelten Oktopussen versorgen. Unsere Vision ist es, möglichst jedem Frühchen in Deutschland einen solchen Oktopus zu ermöglichen.“

In Deutschland kommen jedes Jahr fast 63.000 Babys als Frühchen – sprich: vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche – zur Welt. Da der Greifreflex bei Frühchen schon stark ausgebildet ist, ziehen sie in ihrem Brutkasten gern an Kabeln, Magensonden und Schläuchen. Das kann zur Folge haben, dass die Zugänge neu gelegt werden müssen, was für die Kleinen riskant und schmerzhaft sein kann.

Liegt jedoch ein Oktopus in greifbarer Nähe, so konnte beobachtet werden, dass die Frühchen sich viel lieber an dessen Tentakeln festhalten. Ein Oktopus mit Tentakeln kann eine positive, beruhigende Wirkung auf ein Frühchen haben. Es wird vermutet, dass die Tentakel die Kleinen an die Nabelschnur erinnern, welche sozusagen das allererste Spielzeug in Mamas Bauch war. Ein solcher Oktopus kann Orientierung und Halt bieten, auch wenn Mama und Papa mal nicht da sein können.

Alle Tintenfische der Organisation werden aus schadstoffgeprüften Materialien (OEKO-TEX Standard 100 – Klasse I) mit viel Liebe gehäkelt, kontrolliert, bei 60 Grad gewaschen, mit Infoflyer inklusive Pflegeanleitung verpackt und dann kostenlos an teilnehmende Krankenhäuser verteilt. Die Eltern werden vor Ort über die Tintenfische informiert und können dann selbst entscheiden, ob sie den neuen Begleiter zu ihrem Kämpfer legen lassen möchten.

Auch das Marienhospital Gelsenkirchen zählt seit Herbst 2020 zu den Kooperationspartnern des Vereins Oktopus für Frühchen. Der Kontakt kam durch Andrea Kubitz-Kubla, Bereichsleiterin Ambulante Medizin im St. Augustinus-Unternehmensverbund, zustande. „Ich häkele privat selbst mit großer Freude. Meine Tochter ist im Internet das Projekt Oktopus für Frühchen gestoßen. In Absprache mit unserer Geschäftsführung, mit Chefarzt Dr. Lutz und Stationsleitung Schwester Christiane haben wir diese Idee nun ins das Marienhospital Gelsenkirchen geholt.“ Als Kathrin Beck einen großen Karton mit gehäkelten Oktopussen im MHG vorbeibrachte, konnte sie im Gegenzug eine Spende in Höhe von 250 Euro durch die Marienhospital Gelsenkirchen GmbH entgegennehmen. „Als gemeinnützige Gesellschaft einen gemeinnützigen Verein zu unterstützen passt ganz wunderbar zu unserer Unternehmensphilosophie“, schildert Andrea Kubitz-Kubla. „Wenn wir damit unseren Frühchen eine Hilfestellung geben können, haben wir ein gutes Werk getan.“