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Aus der Not eine Tugend gemacht

Digitale E-Learning-Plattform „LernBar“ sichert vollumfängliche Ausbildungsqualität im KBG

Die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber im sozialen Sektor in der Region, sondern setzt auch mit ihrer Ausbildungsphilosophie Maßstäbe. In diesen Wochen hat die Personalentwicklung des Konzernverbundes eine außerordentliche Lösung zur Sicherung der theoretischen Ausbildung der rund 500 Auszubildenden im Kirchlichen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier (KBG GmbH) trotz der Corona-bedingten Einschränkungen entwickelt.

Wegen der Corona-Pandemie müssen schulische Einrichtungen derzeit geschlossen bleiben. Seit dem 13. März 2020 ist es auch dem Kirchlichen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier (KBG GmbH) per Erlass untersagt, den Unterricht in gewohnter Weise durchzuführen. Hiervon momentan betroffen sind rund 200 von 500 Auszubildenden.

Spontan hat die Schulleitung sich dazu entschlossen, die Schülerinnen und Schüler zunächst für eine Woche in die Praxis zu schicken. Was aber als Dauerlösung keineswegs in Frage kam, denn Theorie und Praxis sind zwei völlig unterschiedliche Elemente einer Ausbildung. „Eine Woche Theorieausfall ließe sich auffangen, aber fünf, sechs oder mehr Wochen ohne theoretischen Unterricht bekommen wir nicht wieder aufgeholt“, betont die Pädagogische Schulleiterin Christel Buchholz-Mielke.

Am darauffolgenden Montag, 16. März 2020, haben die Lehrkräfte im KBG ihren Dienst ohne Schülerinnen und Schüler verrichtet und nach einer Lösung gesucht, wie der Unterricht auf kontaktlose Weise aufrecht erhalten werden kann. Hierbei entstand die Idee, auf die LernBar zurückzugreifen, eine im St. Augustinus-Konzernverbund etablierte E-Learning-Plattform. „Wir sind in dieser Sache mit Herrn Branz von der Personalentwicklung der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH ins Gespräch gekommen, der bereits am Folgetag unkompliziert einige Lösungsansätze aufzeigen konnte“, erinnert sich Christel Buchholz-Mielke. „Seitdem hat sich enorm viel bewegt.“

„Mir war sofort klar, dass hier schnell eine Lösung gefunden werden musste. Im Vordergrund stand die Sicherstellung der theoretischen Ausbildung von über 500 Auszubildenden der verschiedenen Pflegefachberufe“, so Steffen Branz. Hierbei war es hilfreich, dass die Personalentwicklung auf die im Konzernverbund etablierte LernBar hat zurückgreifen können. „In den Bereichen E-Learning, Foren oder Aufgabenstellungen konnte ich einige Szenarien testweise durchspielen, woraus sich sukzessive der jetzige Stand entwickelt hat. Mit Frau Buchholz-Mielke stehe ich dauerhaft im Gespräch, sodass ich bei Bedarf weitere Optimierungen vornehmen kann.“

Im Zuge dieser Maßnahme wurden für alle Schülerinnen und Schüler des KBG, die noch nicht mit der LernBar verknüpft waren, sowie für die Lehrkräfte Zugangsdaten erstellt und Kurse angelegt. Anschließend konnten die ersten Arbeitsaufträge zu den anstehenden Lerneinheiten hochgeladen werden. „Zum 1.  April hat der erste Kurs der neuen generalistischen Ausbildung mit Schülerinnen und Schülern begonnen, die wir noch gar nicht persönlich kennenlernen durften. Auch diese bekamen per Mail ihr Passwort für die LernBar, wurden dort mit einem Video begrüßt und sie erhielten zu einem übersandten Buch die ersten Arbeitsaufträge. Nach Ostern kommen die 19er-Kurse in den theoretischen Unterricht, rund 120 Schülerinnen und Schüler. Auch hierfür ist bereits alles gelöst“, macht Christel Buchholz-Mielke deutlich. „Wir haben hier mit Herrn Branz einen hausinternen Ansprechpartner, der uns bei Fragestellungen sofort weiterhilft. Das ist eine herausragend gute Basis.“ Zudem bekommt die Schulleiterin aus anderen Bildungseinrichtungen zurückgespiegelt, dass benötigte Lernplattformen vielerorts zunächst einmal überhaupt initiiert und geplant werden müssen. Gerade in diesen Zeiten bedeutet dies einen enormen Aufwand.

In der praktischen Umsetzung gestaltet sich der Unterrichtsablauf nun wie folgt. Im Grunde hat jede Lehrkraft ihre Arbeitseinheiten umstrukturiert und kommuniziert nun mit den Schülerinnen und Schülern über die LernBar. Sei es bei der Ausgabe oder dem Rücklauf von Arbeitsaufträgen oder Power-Point-Präsentationen zum jeweiligen Auftrag. Wurden die Daten anfangs noch per E-Mail versendet, so kann inzwischen jeder Auszubildende seine Arbeiten direkt in der LernBar hochladen, wo die Lehrkraft diese aufrufen kann und einen Kommentar für den einzelnen Auszubildenden einstellen kann. Für jeden Arbeitsauftrag existiert zudem ein virtuelles Forum, in dem Schüler Fragen stellen und gemeinschaftlich mitlesen können. Hier kann die jeweilige Lehrkraft direkt antworten. Auch die Lehrkräfte haben ein eigenes Forum für den internen Austausch, was durchaus Sinn ergibt, zumal viele von ihnen gegenwärtig im Home Office arbeiten.

„Ich finde die LernBar in ihrer Struktur sehr übersichtlich“, zeigt sich Christel Buchholz-Mielke begeistert über diese bahnbrechende Lösung. „Dieses Tool wird bei uns im Hause mit freudiger Erleichterung aufgenommen und mit einem hohen Maß an Engagement und Kreativität genutzt. Ich bin überzeugt, dass wir diesem Medium auch nach überstandener Krise verbunden bleiben werden. Zunächst aber können wir dank der großartigen Unterstützung durch die Personalentwicklung unseren Lehrbetrieb unter den gegebenen Umständen optimal fortführen. Das haben wir in Abstimmung mit der Geschäftsführung und der Personalentwicklung der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH unkompliziert und auf kurzem Dienstweg gesichert. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!“